Tiergestützte Therapie
Was macht ein Hund auf einer Therapiestation?
Ein Hund, der auf einer Krankenstation Dienst tut, ist sicher nicht alltäglich. Aber was in den USA und in Australien schon länger zur Routine geworden ist, beginnt sich auch hierzulande durchzusetzen. Auf der akutpsychiatrischen Station im ZfP Südwürttemberg in Weissenau wird der Mischlingshund Bonzo eingesetzt. Der überwiegende Teil der Patienten bewertete seine Anwesenheit als Bereicherung der allgemeinen Stationsatmosphäre und als ein zusätzliches Therapieangebot.
Besonders bei chronisch schizophren erkrankten Patienten bewirkt die unvoreingenommene Zutraulichkeit des Hundes eine zeitweilig überraschende affektive Aufhellung und Modulation des Antriebsniveaus. Manche Patienten führen mit dem Hund Gespräche und berichten beispielsweise über Kindheitserlebnisse oder Wahnvorstellungen. Sogar Gedichte erhält der Vierbeiner gelegentlich. Therapeuten beobachten, dass der Kontakt zum Hund in Spannungszuständen deeskalierend wirkt. Auch zu Aggression und Angst neigende Neuzugänge nehmen die Anwesenheit des sanftmütigen Bonzos positiv auf.
Klaus Koch, pflegerischer Leiter der Station und Bonzos Halter sieht den Hund als wichtiger Bestandteil des Stationsalltags. „Viele Patienten warten schon morgens auf den Hund, manche reden mit ihm, singen ihm etwas vor und vertrauen sich ihm regelrecht an“, berichtet Koch. Die Atmosphäre auf der Station sei durchweg positiv geworden, seit Bonzo dort eingesetzt werde. Dem Hund mache der Kontakt zu den vielen Menschen nichts aus, er freue sich sogar auf die Zeit auf der Station. Doch wie alle anderen Mitarbeiter braucht auch Bonzo seine Freizeit. Deshalb geht er nach Dienstschluss mit seinem Herrchen nach Hause.
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