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Suchtfachärzte diskutieren aktuelle Entwicklungen

Prof. Dr. Gerhard Längle, Ärztlicher Direktor und stellv. Geschäftsführer des ZfP, Christel Lüdecke, Vorsitzende des Arbeitskreis Sucht der Bundesdirektorenkonferenz und Dr. Hubertus Friederich, Ärztlicher Direktor des ZfP Zwiefalten.

ZWIEFALTEN (zfp) - Einmal im Jahr trifft sich der Arbeitskreis Sucht der Bundesdirektorenkonferenz, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Suchtkrankenbehandlung auszutauschen. In diesem Jahr lud das ZfP Südwürttemberg hierzu nach Zwiefalten. Rund 60 leitende Ärztinnen und Ärzte psychiatrischer Fachkrankenhäuser oder suchtpsychiatrischer Abteilungen aus ganz Deutschland folgten der Einladung.

Prof. Dr. Gerhard Längle, Ärztlicher Direktor und stellv. Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg, betonte die Bedeutung bundesweiter Tagungen für das Unternehmen und die Region: „Es ist wichtig am fachlichen und politischen Diskurs beteiligt zu sein und Rahmenbedingungen mitzugestalten.“ Nun wurde der Arbeitskreis Sucht der Bundesdirektorenkonferenz für seine Jahrestagung ins ZfP Südwürttemberg nach Zwiefalten eingeladen.

Der Bürgermeister von Zwiefalten, Matthias Henne, stellte den Gästen die Gemeinde und seine Sehenswürdigkeiten vor und hieß sie herzlich willkommen. Für die meisten der rund 60 Teilnehmenden – ein ausgewählter Kreis aus leitenden Ärztinnen und Ärzten psychiatrischer Fachkrankenhäuser oder suchtpsychiatrischer Abteilungen aus ganz Deutschland – war es wohl der erste Besuch in Zwiefalten. Was Zwiefalten noch zu bieten hat, machte Dr. Hubertus Friederich deutlich: „Das ZfP in Zwiefalten ist in vielerlei Belangen federführend“. Friederich ist Ärztlicher Direktor des ZfP in Zwiefalten und hat eine Gremienposition in dem Arbeitskreis Sucht der Bundesdirektorenkonferenz inne. Er stellte in seinem Eröffnungsvortrag einige der Besonderheiten des Standortes vor. Unter anderem erläuterte er das Konzept der Soteria, ein alternativer Ansatz in der Behandlung von Menschen mit Psychosen, die Abteilung Neuropsychiatrie, wo geistig behinderte Menschen mit psychischer Erkrankung behandelt werden und den Bühlhof, für ältere Menschen mit depressiven Erkrankungen.

Am ersten Tag der Veranstaltung ging es um aktuelle Rahmenbedingungen für die Suchtkrankenbehandlung. Unter anderen wurde das neue Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) thematisiert und die daraus hervorgehende stationsäquivalente Behandlung. Diese meint die Behandlung vor Ort, in den eigenen vier Wänden des Patienten, als Alternative zur stationären Behandlung in der Klinik. Am zweiten Tag standen besondere Themen wie die Diagnostik und Behandlung von suchtkranken Flüchtlingen oder geistig Behinderter auf dem Programm.

„Hier wird die Praxis diskutiert“, kündigte Friederich schon zu Beginn der Jahrestagung an. Alle Vortrags-Themen seien konkret klinisch relevant und hochaktuell. Dies wurde innerhalb der zweitägigen Veranstaltung immer wieder deutlich. Persönliche Erfahrungen und Praxisbeispiele wurden zu jedem Thema ausführlich diskutiert. Christel Lüdecke, Vorsitzende der Arbeitskreis Sucht der Bundesdirektorenkonferenz, hält diesen Aspekt der Jahrestagung für besonders wichtig: „Der persönliche und fachliche Austausch hält am Ball“.

Nach den zwei Tagen zeigten sich die Teilnehmenden überzeugt – von der Gemeinde Zwiefalten, dem gebotenen Rahmenprogramm und den fachlichen Beiträgen und Diskussionen. „Was wir hier erlebt haben war spannend – fachlich, kulinarisch und kulturell“, resümierte die Vorsitzende des Arbeitskreis Sucht, Christel Lüdecke. Im kommenden Jahr tagt der Arbeitskreis dann in einem anderen Teil Deutschlands, beim Vitos Klinikum Herborn.