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200 Quadratmeter Insektenvielfalt

Im Rahmen des Ackerblühstreifenprojekts 2020 des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) Ravensburg hat das ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau auf der Klosterwiese einen rund 100 Meter langen und zwei Meter breiten Blühstreifen mit ein- und mehrjährigen Staudengewächsen angelegt.

Auf einem etwa 200 Quadratmeter großen Streifen inmitten der Klosterwiese summt und surrt es derzeit kräftig. Ob Malve und Phacelia, ob Eisenkraut und Inkarnatklee: Insekten finden dort diesen Sommer ein reichhaltiges Nahrungsangebot vor. Ausgesät wurde dafür die Ravensburger Blühstreifenmischung in Kombination mit diversen weiteren Pflanzenarten, die bekanntermaßen gute Insektennahrung bieten.

Erstmals am ZfP-Standort Weissenau wurde ein solches Insektenparadies dabei an einer zentral gelegenen Stelle angelegt. „Im Bereich der Gärtnerei und beim Trimm-dich-Pfad haben wir bereits seit vergangenem Jahr Blühstreifen“, erläutert Matthäus Fässler von der Bioland-Gärtnerei Weissenau. Insgesamt habe man damit dieses Jahr knapp einen Hektar bepflanzt. Mit der neuen Pflanzung an prominenter Stelle hoffe er, dass das Thema noch stärker wahrgenommen wird: „Blühstreifen sind sehr wichtig für die Biodiversität.“

Ein- und mehrjährige Gewächse ausgesät

Viele Blühstreifen würden nur auf ein Jahr angelegt, auf der Klosterwiese seien aber auch zahlreiche mehrjährige Gewächse zu finden. Fässler: „Der Muskatellersalbei etwa ist eine jährlich blühende Pflanze, die viele Jahre halten kann.“ Dahinter stehe auch der Nachhaltigkeitsgedanke: „Es geht darum, die Pflanzen- und Insektenvielfalt hier am Standort langfristig zu pflegen und zu erweitern.“ Die Saatgutgewinnung sei dabei ein nützlicher Nebeneffekt.

Unter anderem kamen bei der Aussaat auch sogenannte „Saatbomben“ zum Einsatz – kleine Kugeln aus getrockneter Erde und Saatgut, die man, leicht eingeweicht, einfach im Boden vergräbt und angießt. „Die Saatbomben stellen wir selbst her, sie können in der Gärtnerei gekauft werden“, sagt Fässler. Auch einige der nun auf der Klosterwiese angepflanzten Staudenarten biete man dort zum Verkauf an.

Mit dem Blühstreifen möchte die Gärtnerei laut Fässler auch zeigen, dass es nur einfacher Mittel bedarf, um die für die Natur so wichtige Insektenvielfalt zu fördern. Entscheidend für das Gelingen einer solchen Pflanzung sei die Bodenvorbereitung: „Der Untergrund muss im Vorfeld gut aufgelockert werden und bei der Aussaat ist auf ausreichende Bewässerung zu achten“, so der Fachmann weiter. Nach der Aussaat im April habe es immer wieder kräftig geregnet – ideale Bedingungen also. Außer etwas Unkraut jäten und Gießen bei Trockenheit, sei ein solcher Blühstreifen insgesamt ziemlich pflegeleicht.