Picture

Forschungsdirektor Kaschka verabschiedet sich mit Symposium

Professor Dr. Renate Schepker, Ministerialdirigentin Dr. Monika Vierheilig und ZfP-Geschäftsführer Dr. Dieter Grupp (v.l.n.r.) würdigten das Engagement des scheidenden Forschungsdirektor Professor Dr. Wolfgang Kaschka (zweiter von links).

23 Jahre lang hat Professor Dr. Wolfgang Kaschka die Klinik I des ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau geleitet. Mit einem Symposium verabschiedete sich der Forschungsdirektor nun in den Ruhestand.

Das ZfP Südwürttemberg verfügt über eine hervorragende Anbindung an die universitäre Forschung und Lehre und ist auf internationalen wissenschaftlichen Kongressen vertreten. Dies ist mitunter dem hohen Engagement von Professor Dr. Wolfgang Kaschka zu verdanken. Nach langjähriger Tätigkeit in Forschung und Lehre verabschiedete sich der renommierte Wissenschaftler in den Ruhestand. Bei einem Symposium blickte er gemeinsam mit Wegbegleitern auf die vergangenen Jahre zurück.

„Dank Ihnen ist das ZfP Südwürttemberg heute auf sämtlichen Gebieten der Psychiatrischen Forschung tätig“, betonte ZfP-Geschäftsführer Dr. Dieter Grupp bei seiner Ansprache an den scheidenden Forschungsdirektor. Kaschka habe neben dem eigenen Fachgebiet, das unter anderem Depressionsbehandlung, Burnout und Suizidforschung umfasst, immer auch andere Forschungsbereiche gefördert. „Dadurch verfügen wir heute durchweg über einen Behandlungsstandard, der den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien entspricht.“

Ministerialdirigentin Dr. Monika Vierheilig, Aufsichtsratsvorsitzende des ZfP, würdigte insbesondere Kaschkas Engagement als Ärztlicher Direktor der Abteilung Psychiatrie I der Universität Ulm. Seit 1995 absolvieren Medizinstudierende in der Weissenauer Klinik ihr zweiwöchiges Blockpraktikum. „Die Vorlesung Psychiatrie erreicht bei der Evaluation stets Bestnoten und es gelingt häufig, künftige Mitarbeitende für die Psychiatrie zu gewinnen“, erklärte Vierheilig. „Dies ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels besonders wichtig.“

Regionalkoordinatorin Professor Dr. Renate Schepker brachte ihr Bedauern über den Abschied von Wolfgang Kaschka zum Ausdruck: „Der Standort Weissenau verliert ein wichtiges Aushängeschild im Bereich Forschung und Lehre.“ Der Gentleman Kaschka habe die Atmosphäre am Standort Weissenau geprägt, ein angenehmes Miteinander ermöglicht und die Zusammenarbeit konstruktiv und unkompliziert gestaltet.

Im Anschluss an die Grußworte folgte der wissenschaftliche Teil. Kaschka hatte dafür drei ehemalige Kollegen und Wegbegleiter eingeladen, die Fachvorträge zum Besten gaben. Prof. Dr. Thomas Rechlin, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie philosophierte über das Prinzip Hoffnung in der therapeutischen Beziehung. Prof. Dr. Thomas Becker, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm referierte über künftige Herausforderungen in der psychiatrischen Versorgung. Und Prof. Dr. Peter Joraschky, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychotherapie und Psychosomatik der Technischen Universität Dresden sprach über das Thema Bindung und Entbindung am Beispiel des „kritischen Lebensereignisses der Pensionierung“.

Das letzte Wort nutze Professor Dr. Wolfgang Kaschka, um sich bei all denjenigen zu bedanken, die ihn während seiner 23 Dienstjahre in Weissenau begleitet haben. „Ich war sehr gerne hier und habe mich angesichts der harmonischen und angenehmen Arbeitsatmosphäre wohl gefühlt.“ Gleichzeitig gab er einen Ausblick auf seinen bevorstehenden Ruhestand. Ganz sein lassen wird er das wissenschaftliche Arbeiten wohl nicht, statt in der Klinik zu forschen wird er sich dafür in die eigenen vier Wände zurückziehen. Außerdem plant er, sich bei einem Auslandseinsatz für eine Hilfsorganisation in Turkmenistan in der Weiterbildung von Ärzten im Fachgebiet Psychiatrie zu engagieren.