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Fotoausstellung zeigt Gedankenwelten

Bettina Sasse, Künstlerin und Bewegungstherapeutin im ZfP Südwürttemberg und Dr. Jochen Tenter, Chefarzt der Alterspsychiatrie Weissenau, eröffneten gemeinsam die Ausstellung.

In ihren Fotoarbeiten stellt Bettina Sasse, Bewegungstherapeutin im ZfP Südwürttemberg, die Gedanken und Ideen psychisch kranker Menschen und Drogenkranker künstlerisch dar. Am 2. März wurde die Ausstellung mit dem Titel „Was wir im Kopf haben“ im Foyer des Zentralgebäudes des ZfP Weissenau eröffnet.

Bereits vor dem Klinikgebäude erhielt der Besucher erste Eindrücke von der Ausstellung. An Bäumen angebrachte Bilder säumen den Weg, der in das Foyer hineinführt. Symbolisch soll so die Hemmschwelle zwischen Öffentlichkeit und Psychiatrie geebnet werden. Mit einer musikalischen Untermalung begrüßte die Künstlerin Bettina Sasse zusammen mit Dr. Jochen Tenter, Chefarzt der Alterspsychiatrie Weissenau, die Gäste bei der Eröffnung der Fotoausstellung „Was wir im Kopf haben.“ Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und Interessierte versammelten sich im gut gefüllten Foyer des Zentralgebäudes des ZfP Weissenau.

„Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer oder Drogensucht können jeden betreffen“, erklärte Bettina Sasse: „Es war mir wichtig, das was Patientinnen und Patienten durch den Kopf geht und was sie aussprechen, künstlerisch umzusetzen und sichtbar zu machen“. Entstanden sind einzigartige Fotoaufnahmen, die die Wünsche, Hoffnungen und flüchtigen Ideen der Portraitierten festhalten: Die 88-jährige demente Überlebende der Belagerung Leningrads, deren Hungerbotschaft schmerzliche Erinnerungen offenbart oder der 78-jährige, der Einblick in seine Gedankenwelt als Demenzerkrankter gewährt. Andere Botschaften wiederum werfen Fragen nach Integration, Respekt oder Dankbarkeit auf. Alle Fotografien aber erzählen Geschichten und zeigen universelle Aussagen. In ihnen ist die Grenze zwischen Patient und Nicht-Patient nicht mehr auszumachen.

Die Herangehensweise der ehemaligen Profitänzerin Bettina Sasse ist anders. „Sie ließ die Portraitieren sprechen und gab ihnen Zeit und Raum ihre Gedanken ohne Therapieziel zu entwickeln. Die Bilder fangen so eine persönliche Stimmung ein und lassen die Personen erahnen, ohne sie preiszugeben“, so Dr. Jochen Tenter. Dieser Ansatz wäre in kurzen Behandlungszeiträumen, in denen fokusorientiert und zielgerichtet gehandelt wird, nicht möglich. Die Fotoarbeiten rücken nun ganz individuelle Gedanken verschiedener Menschen in den Mittelpunkt. Der Betrachter ist eingeladen, sich auf sie und ihre Botschaften einzulassen.

i: Die Ausstellung „Was wir im Kopf haben“ ist bis zum 22. Juli 2016 im Foyer des Zentralgebäudes des ZfP Weissenau, Weingartshofer Straße 2, zu sehen.