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Malworkshop des Inklusiven Ateliers

Mit verschiedenen Techniken und Materialien interpretierten die Teilnehmenden im Workshop des Inklusiven Kunstateliers Max Pechsteins Aktdarstellung „Früher Morgen“.

Max Pechsteins expressionistische Aktdarstellung „Früher Morgen“ dient als Inspiration für den diesjährigen Malwettbewerb des Inklusiven Kunstateliers. Teilnehmen konnte jeder – egal, ob mit oder ohne Handicap. An drei Nachmittagen fanden die Malworkshops in den Räumen der Schule für Gestaltung statt.

Schnell waren auch in diesem Jahr die Plätze für die Workshops des Inklusiven Ateliers ausgebucht. Dieses entstand aus einer Kooperation des ZfP Südwürttemberg mit dem Ravensburger Kunstmuseum. So lag es nahe, den diesjährigen Malwettbewerb des Kunstateliers thematisch mit der aktuellen Ausstellung „Max Pechstein. Körper, Farbe, Licht“ des Kunstmuseums zu verbinden.

Bunt gemischt war die Gruppe der 15 Teilnehmenden, die Museumspädagogin Maria Niermann-Schubert im Kunstmuseum willkommen hieß. Jeder der drei Workshops begann hier mit einer Bildbesprechung von Max Pechsteins „Früher Morgen“, das dessen Frau Lotte in einer paradiesischen Phantasiewelt abbildet. Angeregt tauschte sich die Gruppe zu Farben, Szenerie und Atmosphäre des Gemäldes aus. Über die Annäherung an das Original entstanden für das eigene Werk bereits erste Ideen und Anregungen. Diese wurden direkt im Anschluss in den Räumen der Schule für Gestaltung künstlerisch umgesetzt. Im Inklusiven Atelier stand den Künstlerinnen und Künstlern eine große Auswahl an Acryl-, Pastell-, und Wasserfarben sowie Kohle- und Graphitstifte zur Verfügung. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt – lediglich Zeit und Papierformat waren im Rahmen des Wettbewerbs vorgegeben.

„Wir möchten die Leute motivieren, ihre Fähigkeiten zu zeigen und umzusetzen“, so Heilpädagogin Maria Müller-Hund, die das Projekt Inklusives Atelier mit ihrem Team begleitet. Jeden Freitag und jeden zweiten Samstag im Monat findet das Offene Inklusive Atelier statt. Mitmachen kann jeder, unabhängig von Alter, Geschlecht, Talent, physischer oder psychischer Behinderung. In der Begegnung, beim Werken und Gestalten wird hier Inklusion gelebt und umgesetzt.

So auch bei den Workshops des Wettbewerbs. Wo sonst ausgelassene Stimmung und reger Austausch herrscht, war Stille und konzentriertes Arbeiten vorherrschend. Zu hören waren lediglich Pinselgeräusche und ab und an ein leises Rascheln oder Flüstern. Auf den Papieren entstanden vielseitige Interpretationen des „Frühen Morgens“. Manches Bild erstrahlte in kräftigem lila und rot-gelb, andere hingegen ganz reduziert in schwarz-weiß. So zeigten die Interpretationen des Originals die Hauptfigur beispielsweise in männlicher Begleitung und mit Picknickkorb, als abstrakte Figur oder gar unter Palmen am Strand. Bis zur Preisverleihung am 6. April hat die Jury nun Zeit, die Ergebnisse zu bewerten und die besten Werke zu prämieren.