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Mode trifft Kunst

Maria Müller-Hund, Leiterin des Inklusiven Ateliers, und Renate Reischmann, Kunsttherapeutin, freuten sich über die zweite gemeinsame Vernissage in den Räumen des Modehauses Trend Reischmann.

Am vergangenen Donnerstag haben sich Freunde der Ästhetik im Modehaus Trend Reischmann in Ravensburg getroffen. Dort eröffneten sie gemeinsam die Ausstellung der Bilder des Inklusiven Ateliers des ZfP Südwürttemberg. Die Vernissage knüpfte an die erfolgreiche Veranstaltung aus dem Vorjahr an.

„In der Kunst wird die Idee zur lebendigen Erfahrung“, betonte die Kunsttherapeutin Renate Reischmann die besondere Bedeutung des kreativen Arbeitens bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste. Mit ihrer Form und Farbe erzählen die Bilder Geschichten von Menschen, von ihren Erfolgen aber auch von ihren Niederlagen: „Im künstlerischen Prozess lernt man auch das Scheitern – was einen auf dem persönlichen Lebensweg weiterbringt“, so die Kunsttherapeutin weiter. Sie empfindet die Kooperation als große Bereicherung, als Einladung sich beim Betrachten der Bilder von den „Gedanken und Gefühlen der Künstler berühren zu lassen.“

Maria Müller-Hund, Leiterin des Inklusiven Ateliers, verdeutlichte wie wertvoll es ist, dass die Bilder im Modehaus ausgestellt werden: „So kann ein Raum für Begegnung entstehen, der zum Dialog einlädt.“ Das Inklusive Atelier wurde vor drei Jahren gegründet und ist offen für kreativ Schaffende mit und ohne Psychiatrieerfahrung. Es versteh sich als therapiefreien Raum, in dem jeder die Möglichkeit hat im künstlerischen Prozess Neues zu Entdecken und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Für die Künstlerinnen und Künstler ist es ein besonderes Erlebnis in den Räumen ihre Werke auszustellen. Die Malerin Ingrid Geiger, die ab dem 17.11. eine eigene Ausstellung im Café Räblus in Wangen hat, freut sich: „Ich male seit 10 Jahren und hätte nie gedacht, dass meine Bilder jemals öffentlich gezeigt werden würden.“ Die Ausstellung ist eine doppelte Anerkennung: Einmal für die künstlerische Darstellung aber auch für den Menschen und dessen Lebensweg hinter den Gemälden. Eine Besucherin schätzte vor allem die Besonderheit des Ausstellungsortes, der einen Schnittpunkt schafft zwischen öffentlicher Situation und dem persönlichen Schaffensprozess der Kreativen: „ Hier betrachten Menschen die Bilder, die sich das gar nicht vorgenommen haben.“ Gemäß dem Motto der Ausstellung: Modeinteressierte treffen auf Kunst.

Foto: Eva-Maria Rundel