Picture

Spatenstich für neues Fachpflegeheim

Bad Schussenrieds Bürgermeister Achim Deinet, Andreas Honcamp von Ludes Generalplaner, Martina Nunnenmacher, Leiterin des Fachpflegeheims, ZfP-Architektin Heiderose Kessler, Christoph Vieten, Leiter Arbeit und Wohnen im ZfP, Landrat Dr. Heiko Schmid, ZfP-Geschäftsführer Dr. Dieter Grupp und Dieter Haug, Mitglied im Lenkungsausschuss (v.l.n.r.) feierten den Baubeginn mit einem Spatenstich.

Am Standort Bad Schussenried errichtet das ZfP Südwürttemberg zwischen dem Anbau Albert-Uhl-Haus und dem Kloster ein neues Fachpflegeheim. Bis Oktober 2019 soll der dreigeschossige Bau, der als Ersatz für das jetzige Abt-Siard-Haus dient, bezugsfertig sein. Mit einem Spatenstich wurde der offizielle Baubeginn gefeiert.

Der Spatenstich war Auftakt für die Bauarbeiten am neuen Fachpflegeheim des ZfP Südwürttemberg. Das Gebäude wird auf 7.000 Quadratmetern Platz für 90 Bewohnerinnen und Bewohner bieten und beherbergt zudem eine Tagesförderstätte mit 29 Plätzen. Mit dem Neubau setzt das Psychiatriezentrum neue Qualitätsstandards. „Unser Ziel ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern bestmögliche Behandlungsqualität zu bieten“, erklärt Christoph Vieten, Leiter des Bereichs Arbeit und Wohnen und Mitglied der Geschäftsleitung. So stehen den chronisch psychisch kranken Menschen künftig ausschließlich  Einzelzimmer zur Verfügung. „Auch die zentrale Lage im Herzen der Kleinstadt Bad Schussenried ist ein großer Gewinn, da sie Teilhabe fördert und die Wege für Einkäufe oder Behördengänge kürzer macht.“

Gebaut wird auf der Grünfläche zwischen dem Kloster und dem Anbau Albert-Uhl-Haus. Dr. Dieter Grupp, Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg sprach von einem Schritt nach vorne. „Mit dem Neubau tragen wir dazu bei, die Wohnsituation von Menschen mit psychischen Störungen zu verbessern, wir fördern die persönliche Entwicklung und das Recht auf Privatsphäre“, so Grupp. Was das Konzept auszeichnet sind kleine Wohngruppen mit je 15 Plätzen,  kurze Wegen, helle Aufenthaltsbereiche und  einladende Außenanlagen. „Jede Wohngruppe verfügt über  Multifunktionsräume, die Bewohner können so zwischen Rückzug und Gemeinschaftsaktivitäten wählen“, erklärte Heimleiterin Martina Nunnenmacher.

Bezugsfertig soll das Gebäude im Oktober 2019 sein. Insgesamt investiert das ZfP ein Budget von rund 16 Millionen. Landrat Dr. Heike Schmid zeigte sich vom Bauvorhaben sichtlich beeindruckt: „Sie ermöglichen hier mit Bravour die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ Und auch Bürgermeister Achim Deinet sprach von einem wichtigen Etappenschritt. Zwar sei die zentrale Lage in unmittelbarer Nähe zum Kloster nicht überall auf Zuspruch gestoßen, die Stadtverwaltung und große Teile der Bürgerschaft seien jedoch sehr froh. „Das ist auch auf die offene und kooperative Zusammenarbeit mit dem ZfP zurückzuführen, wir als Verwaltung waren eng in die Planung eingebunden“, lobte Deinet. ZfP-Architektin und Projektleiterin Heiderose Keßler unterstrich die enge Abstimmung mit Stadt und Denkmalbehörde. „Die Integration des Neubaus in die bestehende Umgebung war uns sehr wichtig“, erklärte Keßler. So wurde bei der Gebäudehöhe darauf geachtet, unterhalb der Traufe des Klosters zu bleiben, die Fassade werde bewusst zurückhaltend gestaltet, hochwertige Materialien und Naturtöne nehmen die historische Umgebung auf.

Mit  dem Entwurf des Gebäudes wurde die Ludes Generalplaner GmbH aus Berlin beauftragt. Dabei galt es, einige Herausforderungen zu bewerkstelligen. So wurden neben den Vorgaben der Landesheimbauverordnung und den Auflagen vom Denkmalamt auch das von der Stadt Bad Schussenried geplante Konzept zur Offenlegung der Schussen und der Erhalt des Baumbestandes berücksichtigt und mit in das Gebäude- und Aussenanlagenkonzept integriert. Die Entscheidung fiel auf einen winkelförmigen Bau, der einerseits kompakt aufgebaut ist, gleichzeitig jedoch möglichst viel natürlich belichtete und belüftete Raumzonen beherbergt. Auf drei Geschossen sind jeweils zwei Stationen mit 15 Plätzen untergebracht. Auf jeder Ebene ist ein Wohnbereich mit den Tagesräumen vorgesehen. Im Untergeschoss finden sich die Tagesförderstätte, die Umkleidebereiche, Ver- und Entsorgungsräume sowie Technikräume. Über eine neue Tunnelanbindung wird der Neubau an das bestehende Versorgungstunnelsystem angeschlossen.