Picture

ZfP begrüßt Kurswechsel beim neuen Entgeltsystem

Dr. Dieter Grupp, Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg, begrüßt den Kurswechsel in der Psychiatrie-Finanzierung.

Das von psychiatrischen Fachverbänden vielfach kritisierte neue pauschalierte Entgeltsystem ist in der ursprünglich geplanten Form vom Tisch. „Durch krankenhausindividuelle Budgets wird die Versorgung nun konsequent an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet“, freut sich ZfP-Geschäftsführer Dr. Dieter Grupp.

Die Vergütung stationärer psychiatrischer Leistungen soll sich künftig stärker an Qualitätsvorgaben orientieren. Darauf haben sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Gesundheitspolitiker der Koalition geeinigt. „In dem von Ministerium vorgestellten Eckpunktepapier sind wichtige Forderungen, die das ZfP Südwürttemberg von Anfang an gestellt hat, enthalten“, erklärt Dr. Dieter Grupp. „Wir waren von Beginn an gegen ein einheitliches Preissystem und für krankenhausindividuelle Budgets.“

Dieser Paradigmenwechsel bedeutet, dass die Krankenkassen auch in Zukunft ein jährliches Budget mit jedem einzelnen psychiatrischen Krankenhaus vereinbaren. Dabei soll insbesondere auch auf die strukturellen Besonderheiten eingegangen werden. „Die Leitungen einer Klinik, die wie wir mehrere Satellitenstationen betreibt, zahlreiche ambulante und tagesklinische Angebote vorweisen kann und innovative Versorgungsformen entwickelt, werden künftig besser vergütet“, so Grupp.

Gleichzeitig sehen die Eckpunkte vor, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verbindliche Vorgaben für die personellen Mindestausstattungen in den Krankenhäusern festlegt. „Durch die Anpassung wird die beste psychiatrische Behandlung vergütet, und nicht wie bisher vorgesehenen die kostengünstigste“, betont Grupp.

Für die Zukunft der psychiatrischen Behandlung bedeutet der Kurswechsel in der Finanzierung, dass zukunftsweisende Behandlungsformen stärker in den Vordergrund treten. „Das gilt insbesondere für sektorübergreifende Behandlung und Hometreatment“, erklärt Dieter Grupp. Gleichzeitig sieht er die Herausforderung: „Wir sind künftig noch stärker gefordert, unsere hohe Behandlungsqualität zu belegen.“ Ein Maßstab hierfür sind beispielsweise die gemeindenahen und dezentralen Strukturen des ZfP Südwürttemberg, die vielfältigen und aufeinander abgestimmten therapeutischen Angebote, das qualifizierte Personal und die Vernetzung mit gemeindepsychiatrischen Verbünden und anderen Kooperationspartnern. „Das Eckpunktepapier fordert explizit eine Verbesserung der Versorgung“, freut sich der Geschäftsführer. „Diese werden wir vorantreiben, indem wir unsere Pläne für Tagesklinik- und Ambulanzzentren und den Aufbau von 24-Stunden-Krisendiensten in größeren Städten der Region in die Tat umsetzen.“