Picture

ZfP eröffnet neue Tagesstruktur im Café „Räblus“

Viele Gäste kamen zur Eröffnung der Tagesstruktur im Café Räblus, die den Klientinnen und Klienten des Betreuten Wohnens in Wangen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen soll.

Kochen, kreativ sein oder einfach nur Kaffeetrinken – ein neues Angebot des ZfP Südwürttemberg unterstützt psychisch kranke Menschen in Wangen bei der Gestaltung ihres Alltags. Am 6. Juli wurde das Café „Räblus“ eröffnet, in dem Klientinnen und Klienten der Wangener Wohnengruppen des ZfP eine wohnortnahe Möglichkeit zur Tagesstrukturierung erhalten.

Zentral gelegen am nördlichen Rand der Innenstadt von Wangen befindet sich die ehemalige Gaststätte Reblaus. Von der historischen Stadtmauer umgeben und mit einer gemütlichen Gartenterrasse ausgestattet, starteten in der Zunfthausgasse 18 Anfang Juli sowohl der gewerbliche Cafébetrieb als auch tagesstrukturierende Maßnahmen für die Klientinnen und Klienten des Betreuten Wohnens in Wangen. Die Kooperation des gewerblich geführten Cafés „Räblus“ und des ZfP Südwürttemberg soll Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung auf unkomplizierte Weise zusammen bringen.

12 Plätze stehen in einem separaten Teil des Cafés zur Verfügung, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam mithilfe von pädagogisch-pflegerischen Fachkräften ihr Mittagessen planen, kochen und zu sich nehmen können. Ein zusätzlicher Raum hinter dem Café erlaubt es den Klientinnen und Klienten, sich zurückzuziehen oder kreativ zu beschäftigen. Eine aktive Teilnahme am Cafébetrieb ist erwünscht: Die offene Atmosphäre des Cafés macht es leichter, die geplanten Veranstaltungen – wie beispielsweise Vorträge, Konzerte oder Ausstellungen – zu besuchen oder sich daran zu beteiligen.

Dr. Michael Konrad, Leiter des Bereichs Wohnen Ravensburg-Bodensee des ZfP Südwürttemberg, freute sich, dass durch das Projekt den Klientinnen und Klienten mit schweren psychischen Beeinträchtigungen mitten in der Stadt eine Möglichkeiten geboten werde, sich in das Gemeindeleben zu integrieren. Christian Gerle vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) stimmte ihm zu: „Das Projekt erhielt Fördermittel vom Land, weil es Begegnung und Kommunikation von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung ermöglicht, die über die bloße Nutzung derselben Räumlichkeiten hinaus geht.“ Auch Oberbürgermeister Michael Lang zeigt sich begeistert und wünschte dem Café viele Besucher. Dass das Café „Räblus“ mit dem Angebot zur Tagesstrukturierung auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern auf großes Interesse stößt, bewies die Anwesenheit einiger Klientinnen und Klienten. Brigitte Kolb, Bewohnerin der Wohngruppe 202 in Wangen, betonte, wie sie sich in der Tagesförderstätte und im Café angenommen fühle.

Den Klientinnen und Klienten des Betreuten Wohnens in Wangen soll mit der Tagesstruktur im Café „Räblus“ ein niederschwelliges Angebot zur Verfügung gestellt werden, das ihnen hilft ihren Tag zu strukturieren und am Gemeindeleben teilzuhaben. Soziale Kontakte, die gemeinsame Bewältigung des Alltags und das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun, steigern das Selbstbewusstsein und helfen den psychisch erkrankten Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.