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Ist meine Angst noch normal?
Angst gehört zum Leben und zum Alltag dazu. Ihre Funktion ist klar: Sie warnt uns vor Gefahren und hilft uns, Gefahrensituationen zu erkennen und darauf zu reagieren. Dabei Angst zu verspüren, ist nachvollziehbar und der menschlichen Natur entsprechend.
Doch wo liegt die Grenze zwischen normaler und krankhafter Angst? Während manche mit Herzklopfen den Fahrstuhl betreten, fürchten andere, schwer zu erkranken oder vermeiden Autofahrten aus Sorge vor einem Unfall. „Angst wird behandlungsbedürftig, wenn sie ohne nachvollziehbaren äußeren Grund auftritt, immer in ähnlichen Mustern wiederkehrt und das Leben – nicht zuletzt durch das in Gang gesetzte Vermeidungsverhalten – stark einschränkt“, fasst Prof. Dr. Juan Valdés-Stauber, Facharzt für Psychiatrie Psychotherapie und Psychosomatik, zusammen.
7 Anzeichen, dass meine Angst krankhaft ist
Ich habe „Angst vor der Angst“
Die Angst vor der Angst bestimmt das Handeln und den Alltag. Infolge dieser Angst vermeiden Betroffene gewisse Tätigkeiten oder Situationen, die Angst auslösen können, wie zum Beispiel Fahrstuhlfahren, Einkaufen oder in einer Menschenmenge zu sein – aus Sorge, dass eine starke Angst auftreten könnte.
Die Angst ist Teil meines Lebens
Sie hält an und besteht über einen längeren Zeitraum.
Ich habe körperliche Beschwerden
Die Angstgedanken lösen massive körperliche Symptome wie zum Beispiel Atemnot, Schwindel, Zittern oder Herzrasen aus. Oft schlafen Betroffene schlecht, sind kraftlos und erschöpft.
Meine Reaktion ist übertrieben
Die Angst ist unverhältnismäßig und Betroffene erleben sie in objektiv nicht bedrohlichen Situationen, beispielsweise im Supermarkt.
Die Angst ist immer da
Was wäre, wenn…? Die Gedanken kreisen stets um mögliche Risiken, Gefahrensituationen und Katastrophenszenarien. Die Angstgedanken sind ein täglicher Begleiter und lassen sich nicht beiseiteschieben.
Ich versuche meine Angst zu bekämpfen
Ein Glas Wein und die Angst löst sich – Betroffene greifen, anfangs oft unbewusst, zu Alkohol, Medikamenten oder weiteren Suchtmitteln, um Ängste zu reduzieren.
Meine Angst hat Auswirkungen
Zum Selbstschutz schränken Betroffene ihre Freiheitsgrade immer weiter ein, sodass nicht nur der Alltag, sondern auch soziale Kontakte, das Berufsleben oder die Partnerschaft darunter leiden.

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Ich erkenne mich in mehreren Punkten wieder – was nun?
„Haben Sie den Mut zu sagen: Alleine komme ich hier nicht weiter“, rät Experte Valdés-Stauber. Mit verschiedenen Therapieformen sind Angststörungen gut behandelbar. Eine erste Anlaufstelle für Betroffene ist der Hausarzt oder die Hausärztin. Wichtig sei jedoch auch, abzuklären, ob die Angst mit anderen psychischen Störungen zusammenhänge, beispielsweise Depressionen oder beginnender Demenz, oder auf körperliche Erkrankungen zurückzuführen sei.
Zusammenfassung
Wenn Angst und das damit verbundene Vermeidungsverhalten so stark sind, dass ein normales Leben durch die selbst auferlegten Einschränkungen nicht mehr möglich ist und die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt ist, kann eine Angststörung vorliegen.
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