Über 100 Gäste feierten gemeinsam das 50-jährige Bestehen der anerkannten ZfP-Werkfeuerwehr am Standort Bad Schussenried. Kommandant Oliver Schattmaier erhielt das Ehrenzeichen der Arbeitsgemeinschaft der Werkfeuerwehren in Baden-Württemberg in Silber.
Es sind nicht allein Fahrzeuge, Technik oder Einsatzstatistiken, die eine Feuerwehr ausmachen. Es sind vor allem die Menschen dahinter, die jederzeit bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau diesen Menschen galt der Festakt zum 50-jährigen Bestehen der anerkannten Werkfeuerwehr des ZfP-Südwürttemberg am Standort Bad Schussenried. Nachdem das Jubiläum bereits beim „Tag für alle“ gemeinsam mit Mitarbeitenden, Angehörigen und der Öffentlichkeit gefeiert wurde, kamen nun über 100 geladene Gäste im ZfP-Personalcasino zusammen. Neben den Führungskräften der Werkfeuerwehren des Landkreises Biberach waren zahlreiche Vertreter weiterer Werkfeuerwehren aus ganz Baden-Württemberg, befreundete Feuerwehren, Hilfsorganisationen sowie Vertreter der Stadt Bad Schussenried und natürlich des ZfP Südwürttemberg der Einladung gefolgt. „Dass Sie alle heute hier sind, zeigt uns, dass für gute Kameradschaft kein Weg zu weit ist“, begrüßte Kommandant Oliver Schattmaier die Gäste.
Mit Humor durch fünf Jahrzehnte Feuerwehrgeschichte
Statt eines klassischen Rückblicks führte die stellvertretende Kommandantin Sandra Springer gemeinsam mit Brandmeister Michael Rettelbach die Gäste auf eine ebenso unterhaltsame wie kurzweilige Zeitreise. Beginnend bei den ersten Anfängen des Feuerwehrwesens am Standort im Jahr 1906 über die staatliche Anerkennung der Werkfeuerwehr im Jahr 1976 bis hin zur modernen Einsatzorganisation von heute spannten sie den Bogen über fünf Jahrzehnte Feuerwehrgeschichte. Historische Fotos, persönliche Erinnerungen und zahlreiche Anekdoten sorgten dabei immer wieder für herzliche Lacher. Auch Mitglieder der Ehemaligenabteilung ließen frühere Zeiten Revue passieren und machten deutlich, wie sehr sich die Werkfeuerwehr stetig weiterentwickelt hat.
Betriebsdirektor Dieter Haug würdigte das ehrenamtliche Engagement der derzeit 21 Feuerwehrangehörigen, die aus den unterschiedlichsten Bereichen des ZfP stammen und ihre eigentliche Arbeit jederzeit unterbrechen, wenn der Meldeempfänger alarmiert. „Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine ständige Verpflichtung“, betonte Haug. Die Investitionen der Geschäftsleitung – insbesondere der Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses – seien deshalb nicht nur Investitionen in Gebäude und Technik, sondern vor allem ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den Menschen, die sich für andere einsetzen. „Wir sind stolz darauf, so eine engagierte und kompetente Werkfeuerwehr in unserem Unternehmen zu haben.“ Besonders dankte er Kommandant Oliver Schattmaier und seiner Stellvertreterin Sandra Springer, die die Werkfeuerwehr „mit Weitsicht und großem Engagement in die Zukunft führen“.
Auch Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller gratulierte zum Jubiläum und unterstrich die besondere Verantwortung, die eine Werkfeuerwehr in einer psychiatrischen Einrichtung trägt – einem Umfeld, das neben feuerwehrtechnischem Können auch Einfühlungsvermögen, Erfahrung und besondere Ortskenntnis verlangt. „Mit Ihren Fähigkeiten sind Sie hier am Standort unverzichtbar“, sagte sie. Die Werkfeuerwehr sei ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit von Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und Anwohnern. Dafür sprach sie der Mannschaft ihren ausdrücklichen Dank aus. Gleichzeitig würdigte sie den überdurchschnittlich hohen Frauenanteil von rund 30 Prozent in der Mannschaft.
Besondere Ehrung für Kommandant Oliver Schattmaier
Für die Arbeitsgemeinschaft der Werkfeuerwehren Baden-Württemberg brachte deren Vorsitzender Andreas Rudlof die zentrale Botschaft des Jubiläums auf den Punkt: „Wir feiern heute eigentlich keine Zahl – wir feiern Menschen. Menschen, die seit fünf Jahrzehnten Verantwortung übernehmen.“ Gerade am Standort eines psychiatrischen Krankenhauses gehe Feuerwehrarbeit weit über das Löschen von Bränden hinaus. Die Angehörigen der Werkfeuerwehr suchten vermisste Patientinnen und Patienten, unterstützten Rettungsdienste, sicherten Hubschrauberlandungen, engagierten sich im vorbeugenden Brandschutz und sorgten Tag für Tag dafür, dass sich Menschen sicher fühlen können. Diese Verbindung aus hoher fachlicher Kompetenz und gelebter Menschlichkeit mache die Werkfeuerwehr Bad Schussenried weit über die Landesgrenzen hinaus zu etwas Besonderem.
Einen emotionalen Höhepunkt des Festakts bildete die Ehrung von Kommandant Schattmaier. Rudlof verlieh ihm das Ehrenzeichen der Arbeitsgemeinschaft der Werkfeuerwehren Baden-Württemberg in Silber und würdigte damit sein langjähriges Engagement für die Werkfeuerwehr. Seit über zwanzig Jahren führt Schattmaier die Werkfeuerwehr und hat ihre Entwicklung entscheidend geprägt. Moderne Ausbildung, zeitgemäße Technik, ein starker vorbeugender Brandschutz und die enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren der Region tragen seine Handschrift. „Du hast Generationen von Feuerwehrangehörigen geprägt und immer wieder dafür gesorgt, dass die Werkfeuerwehr mit der Zeit geht“, würdigte Rudlof den Geehrten. Im kommenden Jahr wird Schattmaier selbst auf 25 Jahre als Kommandant zurückblicken.
Gemeinsam feiern – mit Blick nach vorn
Die enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren der Region hob auch Andreas Sauter, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schussenried, hervor. Ob bei gemeinsamen Übungen, Aus- und Fortbildungen oder Einsätzen – die Werkfeuerwehr sei ein verlässlicher Partner. „Die Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen, Verlässlichkeit und echter Kameradschaft“, sagte Sauter. Als Zeichen dieser Verbundenheit überreichte er das Bad Schussenrieder Wahrzeichen, das „Törle“. Auch Ulrich Ocker, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, würdigte das langjährige Engagement der Werkfeuerwehr und betonte deren hohe Bedeutung für die Sicherheit am Standort und darüber hinaus.
Nach dem offiziellen Teil stand das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt. Das Küchenteam des ZfP sorgte für ein festliches Menü, zum Nachtisch gab es Eis und als süßen Höhepunkt eine aufwendig gestaltete Jubiläumstorte, die von der Ehefrau des Kommandanten selbst gebacken worden war. Bei Musik, guten Gesprächen und vielen Begegnungen wurde bis in den Abend hinein gefeiert. Als Erinnerung erhielten alle Gäste eine liebevoll zusammengestellte Jubiläumstasche. Darin befanden sich unter anderem eine eigens erstellte Chronik über die 50-jährige Geschichte der Werkfeuerwehr, ein Vesperbrett aus der Holzwerkstatt des ZfP sowie weitere kleine Präsente. Der Festakt machte eindrucksvoll deutlich, dass die Werkfeuerwehr des ZfP in Bad Schussenried weit mehr ist als eine Einsatzorganisation. Seit fünf Jahrzehnten verbindet sie fachliche Kompetenz mit Menschlichkeit, Teamgeist und großem ehrenamtlichem Engagement - Eigenschaften, die auch in Zukunft unverzichtbar bleiben werden.




