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„Ein großartiges und wiederholungswürdiges Projekt“ /

Eine Gruppe von circa 25 Menschen steht auf einem Treppenaufsatz und lachen in die Kamera.

Auszubildende und Projektverantwortliche freuen sich über eine erfolgreiche Azubistation in Zwiefalten.

Zwei Wochen lang haben zwölf Auszubildende der Berufsfachschule für Pflege Zwiefalten und der pp.rt Reutlingen eine alterspsychiatrische Station des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten eigenverantwortlich geleitet. Ein rundum positives Fazit zogen alle Mitwirkenden bei der gemeinsamen Abschlussfeier.

Am Standort Friedrichshafen des ZfP Südwürttemberg ist das Projekt Azubistation bereits seit drei Jahren fester Bestandteil der Pflegeausbildung, ebenso in Bad Schussenried, wo Auszubildende zuletzt im Heimbereich erfolgreich eine Wohngruppe geleitet haben. Nun wurde das Projekt erstmalig auch am Standort Zwiefalten umgesetzt – und das mit großem Erfolg.

Zwei Wochen lang haben acht Auszubildende des ZfP sowie vier der pp.rt Reutlingen die Leitung der alterspsychiatrischen Station 3051 in voller Eigenregie übernommen. Dabei lernten die angehenden Pflegefachkräfte ihre Handlungskompetenzen zu erweitern und theoretisches Wissen in der Praxis umzusetzen. Das Projekt sollte zudem die Kommunikation untereinander fördern sowie die Fähigkeit verbessern, eigenverantwortlich zu arbeiten. Auf der alterspsychiatrischen Station werden Patient:innen ab 65 Jahren behandelt, die an Demenz, Psychosen oder schweren Depressionen leiden. Bewusst wurde für das Projekt die Alterspsychiatrie gewählt: „Dieser Bereich deckt sowohl somatische als auch psychiatrische Handlungsfelder ab, zudem fallen hier viele Aufgaben der klassischen Behandlungspflege an“, erklärte Praxiskoordinatorin Christine Vesa, die bei der Abschlussfeier Ziele und Umsetzung des Projekts vorstellte. Vesa begleitete und organisierte die Azubistation in Zwiefalten federführend. Die Pflegemanagerin brachte dazu ihre langjährige Expertise aus dem somatischen Bereich ein, neu war für sie, das Projekt erstmalig in einer Psychiatrie umzusetzen.

„Ihr habt das richtig klasse gemacht“, bescheinigte Ralf Aßfalg, Pflegedirektor des ZfP in Zwiefalten, den zehn jungen Frauen und zwei Männern des letzten Ausbildungsjahres. „Ihr könnt stolz auf Euch und Eure Leistung als professionelle Pflegende sein“, ergänzte Christine Vesa. Neben den Auszubildenden waren auch Praxisanleitende, Führungskräfte und weitere Pflegeauszubildende zur Feier in den Konventbau gekommen, um gemeinsam die letzten zwei Wochen Revue passieren zu lassen. Der Pflegedirektor zeigte sich begeistert von der Arbeit der Nachwuchskräfte, von der er sich bereits vor Ort ein Bild gemacht hatte. „Ihr habt hervorragend im Team gearbeitet, gut miteinander kommuniziert und das Wichtigste: Ihr hattet Freude an der pflegerischen Arbeit mit den Patient:innen.“ Aßfalgs Dank für das ebenso „großartige wie wiederholungswürdige Projekt“ galt der Projektleitung und allen Mitwirkenden.

Intensive Vorbereitung im Vorfeld

In drei intensiven Tagen wurden die jungen Projektteilnehmenden auf die komplexen und vielseitigen Aufgaben in der Alterspsychiatrie vorbereitet, insbesondere auch mit der Methode der Validation im Umgang mit demenzkranken Menschen. Erlebnistherapeutische Übungen kamen ergänzend hinzu, um als Team zusammenzuwachsen und Vertrauen aufzubauen – eine wertvolle Basis für die spätere Pflegepraxis. Denn neben alltäglichen Aufgaben wie Visiten, Medikamentengabe, Beziehungsgestaltung, Dokumentationen, Aufnahme- und Entlassmanagement meisterten die angehenden Pflegefachkräfte auch emotional sehr fordernde und arbeitsintensive Schichten: „Aus diesen haben wir viel gelernt“, so eine Auszubildende rückblickend, „wir sind als Team noch mehr zusammen gewachsen.“

Für die Zeit der Azubistation mussten die zwölf Pflegeauszubildenden in die Rolle von Fachkräften wechseln. Ein Rollentausch, der mit mehr Verantwortung, Entscheidungen und Absprachen einherging. Den sie aber auch, so Andrea Fessler, Leiterin der Berufsfachschule für Pflege in Zwiefalten, souverän und bravourös gemeistert haben. „Ihr habt die Herausforderung angenommen und seid daran gewachsen“. Als besonders positiv beschrieb die Schulleiterin den offenen Umgang der Azubis mit Emotionen und Unsicherheiten. Auch Dr. Matthias Köhler, Leiter der Abteilung Alterspsychiatrie in Zwiefalten, würdigte in seiner Ansprache sowohl den großartigen Umgang mit Patient:innen, als auch den mit emotional schwierigen Situationen. „Das sind wertvolle Erfahrungen, die Sie für vieles wappnen“, versicherte er. „Es war ein tolles Projekt, das wir gerne wiederholen und bei dem auch wir viel dazu gelernt haben“, waren sich er und Tatjana Bagaeva, ärztliche Leiterin der Station 3051, einig.

Unterstützung im Hintergrund

Während der Projektphase arbeiteten pro Tagschicht vier bis fünf Auszubildende, zwei Praxisanleitende sowie eine Mitarbeiterin der Station waren stets im Hintergrund zugegen, um bei Bedarf zu unterstützen. Vorab hatten sich Auszubildende und Praxisanleitende auf das Codewort „Red“ geeignet, wenn ein Einschreiten der professionell Pflegenden nötig gewesen wäre. Tägliche Reflexionsrunden mit Pflegepädagog:innen ermöglichten den jungen Nachwuchskräften außerdem, sich intensiver auszutauschen und Feedback zu erhalten. Ein wichtiges Anliegen von Projektleiterin Vesa bei den Reflexionen war die enge Verzahnung von Theorie und Praxis: Wie konnte ich Gelerntes in der Pflegepraxis anwenden? Welche Erfahrungen aus der Pflegepraxis möchte ich in der Theorie noch vertiefen? „Im Sinne der Lernortkooperation sind Rückmeldungen dazu von großem Wert“, so Vesa.

Auszubildende und Projektverantwortliche sprachen sich einstimmig dafür aus, die zweiwöchige Azubistation fest in die Pflegeausbildung zu integrieren. Das ergab die Auswertung von Fragebögen, die Tamara Großmann, Mitarbeiterin der Pflegeentwicklung, vorstellte. Als sehr gut wurden außerdem Ablauf und Umsetzung des Projekts bewertet. Die Umfrageteilnehmenden nutzten außerdem die Möglichkeit, schriftlich Lob und Verbesserungsvorschläge einzubringen. „Für alle Beteiligten waren die zwei Wochen ebenso ereignisreich wie lehrreich“, fasste Christine Vesa zusammen und versprach: „Wir nehmen das Feedback für die nächste Azubistation mit.“

Bei der abschließenden Plenumsdiskussion stand dann der persönliche Rückblick der Hauptakteur:innen im Mittelpunkt. „Ich bin sehr erleichtert und stolz und habe trotz anfänglicher Selbstzweifel nun ein gestärktes Selbstvertrauen“, resümierte eine Auszubildende. Als besonders wertvoll empfand eine andere den Austausch, flache Hierarchien auf der Station und die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team. „Trotz vieler herausfordernder Situationen haben wir den Spaß an der Arbeit nicht verloren“, ergänzte eine Kollegin. Das bestätigte auch das von den Auszubildenden vorbereitete Video, das ebenso humorvolle wie ernste Einblicke in die Aufgaben und den Arbeitsalltag bot. „Bleibt gelassen, unterstützt euch gegenseitig – es wird eine tolle Erfahrung“, gab die Gruppe als Tipp den Auszubildenden des Mittelkurses mit auf den Weg. Für sie steht das Projekt Azubistation im nächsten Jahr an.




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