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Ein Tisch für den Frieden /

Ein langer Holztisch mit auffälliger Maserung um den sich viele bunte Stühle gruppieren.

Der Tisch der Nationen, der von Forensikpatient:innen des ZfP Südwürttemberg gestaltet wurde, ist eines der Highlights der diesjährigen Bundesgartenschau.

Mitten auf dem Gelände der Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim steht ein 60 Meter langer Tisch, um den sich 193 bunt bemalte Stühle gruppieren: einer für jeden UN-Staat. Die Stühle wurden vom Bund der Kunsthandwerker geschaffen. Der Tisch selbst entstand in der Arbeitstherapie der Forensischen Klinik Zwiefalten des ZfP Südwürttemberg. 

Frieden ist weltweit das höchste Gut – daran soll der Tisch der Nationen die Besucher:innen der diesjährigen Bundesgartenschau in Mannheim erinnern. Das Ausstellungsstück lädt nicht nur zu einer gemütlichen Pause im Sitzen ein, sondern hat gleichzeitig Symbolcharakter. Die 193 Stühle stehen für die Mitglieder der Vereinten Nationen, die nach Ende des 2. Weltkrieges zur Erhaltung von Frieden und Stabilität gegründet wurden. 

Gruppiert sind die Stühle um eine lange Tafel aus Douglasienholz, die unter der Anleitung von Arbeitstherapeut Stefan Broszeit in der Forensischen Klinik Zwiefalten des ZfP Südwürttemberg entstand. „Wir hatten bereits für die Landesgartenschau Überlingen mit dem Bund der Kunsthandwerker zusammengearbeitet und einige Möbel gefertigt, daher kam die Vereinigung auch dieses Mal direkt wieder auf uns zu“, berichtet Broszeit über das Zustandekommen der Kooperation. 

Der Auftrag: Es soll ein 60 Meter langer Tisch entstehen, der hochwertig wirkt und nach der BUGA in mehrere kürzere Elemente aufgeteilt und versteigert werden kann. Entwurf und Konstruktion unterlagen dabei vollständig dem Arbeitstherapeuten. „Einer unserer Patienten ist Zimmermeister und konnte mich in einigen wichtigen Fragen gut beraten“, so Broszeit. Entstanden ist eine formschöne Holztafel, die sich aus 24 einzelnen Tischen zusammensetzt, die lösbar miteinander verbunden sind. Die einzelnen Elemente sind jeweils 2,5 Meter lang und 0,9 Meter breit. „Die Konstruktion ist so gewählt, dass der Tisch Unebenheiten ausgleicht und sich dem Boden anpasst“ berichtet Broszeit. Als Material wählte er Douglasie. „Dieses Holz enthält wenig Harz, ist aber beständig gegen Feuchtigkeit.“ 

Alle erforderlichen Arbeiten wurden von Patient:innen des Zwiefalter Maßregelvollzugs nach ausführlichen Maschinenunterweisungen in der Arbeitstherapiewerkstatt selbstständig ausgeführt. „Die enormen Materialmengen haben uns ganz schön gefordert“, berichtet Broszeit. Denn die knapp zwei Tonnen Holz mussten entsprechend gelagert und auf Wägen zur jeweils richtigen Arbeitsstation befördert werden. Mehrere Wochen lang wurde gefräst, gebohrt, geschliffen und geölt – bis dann irgendwann die fertigen Tische zum Transport bereit waren. 
Gemeinsam mit Psychologin Mara Wehrle machten sich Arbeitstherapeut und Patient:innen auf den Weg nach Mannheim. „Toll war, dass die Patient:innen nicht nur bei der Fertigung, sondern auch beim Aufbau des Tisches in Mannheim dabei waren“, betont Broszeit. So konnten sie ihr Werk den anwesenden Handwerker:innen und BUGA Mitarbeitenden präsentieren und sich über viele anerkennende Worte und Lob freuen. „Ein tolles Projekt und eine schöne Wertschätzung unserer Arbeit“, freut sich Broszeit. 

i: Die Klinik für Forensische Psychiatrie in Zwiefalten ist im Rahmen des Maßregelvollzugs Baden-Württemberg  für suchtkranke Straftäter:innen zuständig. Handwerkliche Tätigkeiten sind dort neben Psychotherapie und Bezugspflege ein weiterer Baustein der Behandlung, die darauf zielt, Patien:innen für ein straf- und suchtmittelfreies Leben zu befähigen. 
 




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