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Pfarrer Roland Albeck betreut den Gesprächskreis seelsorgerisch, Dr. Alex Gogolkiewicz beantwortet alle medizinischen Fragen.

Die Eltern, der Ehepartner oder ein Kind - Wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt ist, entstehen oft Unsicherheiten. Beim Gesprächskreis in Zwiefalten können Betroffene und Angehörige Erfahrungen austauschen und ihre Fragen von Experten beantworten lassen.

Neun Frauen und Männer sitzen am frühen Abend in einem kleinen Stuhlkreis im Konferenzsaal des ZfP in Zwiefalten. Ein paar von ihnen kennen sich bereits, andere begegnen sich zum ersten Mal. Eine junge Frau ist besorgt. Sie leidet seit ihrer Jugend immer wieder unter Angststörungen. Nun möchte sie wissen: Ist eine psychische Erkrankung erblich? Eine andere Mutter weiß nicht, wie sie am besten mit ihrer depressiven Tochter umgehen soll. Sie möchte sich von Erfahrungen berichten lassen. Vielleicht sitzt jemand in dem Stuhlkreis, der selbst unter Depressionen leidet und erzählen kann, welche Verhaltensweisen von Eltern früher hilfreich und entlastend waren und welche nicht?

Es sind ganz unterschiedliche Fragen, die im Gesprächskreis aufkommen. Genauso verschieden sind die Menschen, die sie beantworten: psychisch kranke Eltern, Kinder oder Angehörige von ihnen. „Jeder, der Fragen hat oder Rat sucht, kann zu unserem Gesprächskreis kommen“, betont Dr. med. Alex Gogolkiewicz, Chefarzt der Abteilung Allgemeine Psychiatrie Alb-Neckar I des ZfP Südwürttemberg. Gogolkiewicz leitet den Gesprächskreis gemeinsam mit drei festen Mitgliedern. Er beantwortet alle medizinischen Fragen. Seelsorgerisch wird die Veranstaltung von dem evangelischen Pfarrer Roland Albeck und der katholischen Seelsorgerin Hildegard Jakob betreut. Zudem unterstützt die Fachpflegerin Carmen Ullrich.

Hilfreiches und Hoffnungsvolles vermitteln

Bei jedem Gesprächskreis stellen sich die Teilnehmenden kurz vor. Dann können Themen und Fragen angebracht werden – ähnlich wie in einer Selbsthilfegruppe. Gogolkiewicz nennt die wichtigste Regel des Gesprächskreises: „Alles, was gesprochen wird, bleibt unter den Teilnehmenden.“ Denn jeder, der möchte, soll offen und ehrlich berichten können.

Der Gesprächskreis in Zwiefalten war einer der ersten in der Region. Entstanden ist dieser aus Erfahrungen der Seelsorge. „Im Grunde geht es um Entlastung, Anteilnahme und um Ermutigung. Und manchmal einfach darum, Trost zu spenden“, erklärt Roland Albeck. Der Pfarrer erklärt, dass zum Beispiel depressive Eltern oft die Angst hätten, ihren Kindern nicht gerecht zu werden: „Manche können sich kaum auf eine Behandlung einlassen, da ihre Kinder für sie an erster Stelle stehen.“ Albeck ist stolz, mit dem Gesprächskreis ein niedrigschwelliges Angebot anbieten zu können, bei dem solche Probleme offen und ohne Verpflichtung diskutiert werden können: „Wir möchten Hilfreiches und Hoffnungsvolles vermitteln.“

i Die nächsten Gesprächskreise finden am 18. Dezember 2019 und am 30. Januar 2020 statt, jeweils um 18.15 Uhr. Veranstaltungsort ist der Konferenzsaal im Zellenbau (neben der Bibliothek) des ZfP Südwürttemberg, Hauptstraße 9, in Zwiefalten. Wo der Saal zu finden ist, können Interessierte auch bei der Infozentrale des ZfP erfragen.




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