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Spannende Einblicke in die Welt der Psychiatrie und Psychotherapie /

Junge Frauen und Männer sitzen im Hörsaal und folgen konzentriert der Vorlesung.

65 Medizinstudierende der Universität Ulm nutzten das Blockpraktikum, um vielfältige Einblicke in den Klinikalltag im ZfP Südwürttemberg zu erhalten.

Zweimal im Jahr tauchen Medizinstudierende der Universität Ulm in die Welt der Psychiatrie ein. Beim Blockpraktikum am ZfP-Standort Weissenau sammeln sie praktische Erfahrungen und erhalten vielfältige Einblicke in den Klinikalltag.

Von der psychiatrischen Diagnostik über unterschiedliche Krankheitsbilder bis hin zu innovativen Behandlungskonzepten: Das Programm des zweiwöchigen Blockpraktikums ist vielseitig. Neben Vorlesungen und Seminaren standen auch in diesem Herbst vor allem praktische Erfahrungen im Mittelpunkt. In Kleingruppen besuchten die 65 Studierenden unterschiedliche Stationen und lernten die Besonderheiten von Allgemeinpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Suchtmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie kennen. Auch verschiedene Therapieangebote, darunter Ergo-, Kunst- und Musiktherapie, standen auf dem Lehrplan.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten. Unter fachlicher Anleitung führten die angehenden Ärztinnen und Ärzte psychiatrische Gespräche, übten die Erhebung psychischer Befunde und diskutierten diagnostische Einschätzungen sowie Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus explorierten sie eigenständig und verfassten auf dieser Grundlage einen ärztlichen Entlassbericht, den sie zum Abschluss in einer mündlichen Prüfung vorstellten. Auch die Vorlesungen stießen auf großes Interesse. „Die Studierenden bringen bereits ein sehr gutes Fachwissen mit und stellen fundierte Fragen, häufig auch über die Veranstaltungen hinaus“, berichtete der Lehrbeauftragte Paul Frank. Dabei seien die Rückfragen nicht selten auch von persönlichen Interessen und Erfahrungen geprägt.

Dass sich das Blockpraktikum seit Jahrzehnten großer Beliebtheit erfreut, liegt nicht zuletzt an der Verbindung von fachlicher Ausbildung und gemeinschaftlichem Erleben. Bereits seit 1973 kommen Medizinstudierende der Universität Ulm an den ZfP-Standort Weissenau. Ein Teilnehmer berichtete, er habe sich aufgrund der positiven Berichte höherer Semester bewusst für das Praktikum in Weissenau entschieden und seine Erwartungen hätten sich voll erfüllt. Besonders schätze er den Austausch mit seinen Kommiliton:innen, der auch nach Unterrichtsende bei gemeinsamen Unternehmungen weitergeführt werde.

Für sportlichen Ehrgeiz sorgt das traditionelle Fußballspiel zwischen den Studierenden und ZfP-Mitarbeitenden. Die beiden Teams lieferten sich dieses Mal eine torreiche Begegnung. Bereits nach zehn Minuten gingen die Studierenden in Führung, doch die Gastgeber glichen umgehend aus und führten zur Halbzeit sogar mit 2:1. Nach dem Seitenwechsel drehten die Ulmer die Partie wieder und angefeuert von ihren Kommiliton:innen setzten sie sich schließlich mit 5:4 durch. Beim gemeinsamen Abschlussabend im Personalcasino wurde der Sieg gebührend gewürdigt. Als Trophäe erhielten die Studierenden ein handgefertigtes Schwein aus der Ergotherapie – eine ebenso ungewöhnliche wie langjährige Tradition, deren Ursprung inzwischen niemand mehr genau kennt.

Neben dem sportlichen Rückblick nutzte Prof. Dr. Iris Tatjana Graef-Callies den Abend, um allen Beteiligten zu danken – insbesondere den Dozentinnen und Dozenten, den Referentinnen und Referenten, den Stationsteams, den Patient:innen und dem Organisations- sowie Küchen- und Veranstaltungsteam. Zugleich gab die Ärztliche Direktorin der Klinik I für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Leiterin des Zentralbereichs Forschung und Lehre des ZfP Südwürttemberg den Studierenden eine zentrale Botschaft mit auf den Weg: „In der Psychiatrie geht es nicht allein um medizinisches Wissen, sondern auch um die Haltung gegenüber den Menschen. Die Patienten dürfen niemals auf ihre Erkrankung reduziert werden, sondern müssen stets in ihrer Ganzheit wahrgenommen werden.“ Eine Erfahrung, die die Studierenden über ihre Zeit in Weissenau hinaus gerne begleiten möge.




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