„Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der Pflegeausbildung in diesem Jahr“, sagt Schulleiterin Veronika Blank. Pflege sei ein Beruf mit Zukunft und biete vielfältige Möglichkeiten. „Gerade in Zeiten, in denen sich viele Menschen Gedanken über ihre berufliche Perspektive machen, ist es schön zu sehen, dass sich so zahlreiche für einen Beruf entscheiden, bei dem sie mit Menschen arbeiten und gleichzeitig einen sicheren und sinnstiftenden Arbeitsplatz haben.“
Auch die Gründe für die Berufswahl sind so unterschiedlich wie die Auszubildenden selbst. Sibel Marie Nagel-Weber beispielsweise hat während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres am Elisabethen-Krankenhaus in Ravensburg bereits erste Einblicke in das ZfP erhalten. „Das FSJ hat mir gezeigt, dass ich mir die Arbeit in der Pflege gut vorstellen kann. Jetzt bin ich gespannt auf die Ausbildung und freue mich besonders darauf, die unterschiedlichen Stationen und Bereiche des ZfP kennenzulernen.“ Daniela Jatzkowski hat nach ihrem FSJ zunächst eine Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft begonnen. „Ursprünglich dachte ich gar nicht, dass ich einmal im sozialen Bereich arbeiten möchte. Durch mein FSJ habe ich aber gemerkt, wie viel Freude mir die Arbeit mit Menschen macht“, erzählt sie. Die Pflegeausbildung sei für sie nun der nächste Schritt.
Auch internationale Erfahrungen bereichern den neuen Kurs. Rrezarta Qevani stammt ursprünglich aus Albanien und hat durch mehrere Schulpraktika die Pflege kennengelernt. Besonders die Psychiatrie hat sie dabei fasziniert. „Ich finde es spannend, welche unterschiedlichen Voraussetzungen Menschen mitbringen und wie individuell man auf sie eingehen und mit ihnen kommunizieren muss“, sagt sie. Erick Hernandez bringt ebenfalls bereits Erfahrungen aus dem Gesundheitsbereich mit. In Mexiko absolvierte er eine Ausbildung zum Sanitäter beim Roten Kreuz. Schon früh interessierten ihn Anatomie und Physiologie und damit die Frage, wie der menschliche Körper und das Gehirn funktionieren. Mit der Pflegeausbildung möchte er dieses Interesse nun weiter vertiefen.
Für Elke Janßen-Aubele wiederum ist die Ausbildung eine bewusste berufliche Neuorientierung. Die 55-Jährige war bislang als freiberufliche Übersetzerin tätig und hatte schon länger über eine Veränderung nachgedacht. Durch die Pflege ihrer Eltern kam sie intensiver mit dem Pflegeberuf in Berührung und entschied sich schließlich für einen neuen beruflichen Weg.
In den ersten drei Wochen steht für die neuen Auszubildenden zunächst Theorie auf dem Stundenplan. Dabei geht es anfänglich vor allem um organisatorische Fragen, das Kennenlernen der Schule und des Ausbildungsteams sowie darum, als Kurs zusammenzuwachsen. Das gesamte Kollegium beteiligt sich an der Gestaltung des Einstiegs. Klassenlehrerin des neuen Kurses ist Ute Theuer. „Gerade am Anfang gibt es für die Auszubildenden viele neue Eindrücke und Informationen. Der Austausch untereinander und mit dem Kollegium soll ihnen das Ankommen erleichtern und Halt sowie Orientierung geben“, erklärt Blank. Gleichzeitig gehe es darum, erste Netzwerke zu knüpfen und eine gute Grundlage für die gemeinsame Ausbildungszeit zu schaffen.
Nach den ersten drei Wochen Theorie geht es für die angehenden Pflegefachkräfte dann erstmals in die Praxis. In unterschiedlichen Stationen, Wohngruppen und ambulanten Bereichen des ZfP können sie das Gelernte anwenden und die vielfältigen Arbeitsfelder der psychiatrischen Pflege kennenlernen. So unterschiedlich die persönlichen Wege der 33 Auszubildenden auch sind – eines verbindet sie: Sie haben sich für einen Beruf entschieden, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.




