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Zentrale Gedenkfeier der ZfP-Gruppe am Denkmal der grauen Busse /

Drei Männer stehen in stillem Gedenken vor dem Denkmal der grauen Busse und zwei Gedenkkränzen, umringt von zahlreichen Anteilnehmenden.

Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration (Mitte), mit Dr. Daniel Rapp, Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg (links), und Dr. Dieter Grupp, Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg, vor dem Denkmal der grauen Busse.

Bundesweit wurde am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. An der zentralen Gedenkfeier der ZfP-Gruppe Baden-Württemberg am ZfP-Standort Weissenau sagte Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration: „Demokratie ist nichts von Gott Gegebenes; sie ist das, was wir uns jeden Tag gemeinsam erarbeiten müssen.“

In diesem Jahr stellte die Gedenkfeier vor dem Denkmal der grauen Busse am ZfP-Standort Weissenau die zentrale Gedenkveranstaltung der ZfP-Gruppe Baden-Württemberg dar. Zu Beginn erinnerten 691 Glockenschläge vom Turm der Münsterkirche an die 691 Opfer der sogenannten „Euthanasie“ der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Weissenau. 

Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg, sagte in seiner Ansprache: „Es macht heute noch fassungslos, wie scheinbar ganz normale Menschen zu grausamen Massenmördern wurden. Der heutige Gedenktag ist die immer wiederkehrende Verinnerlichung unserer gemeinsamen Verantwortung. Erinnern heißt: Arbeiten an der Zukunft. Erinnern heißt auch: Schutzschild für die Gegenwart.“ Völkisches, autoritäres und am „Herrenmenschenideal“ orientiertes Denken dürfe nicht zugelassen werden.
 
Lucha: „Nie wieder ist jetzt!“

Es gebe zu allem eine Alternative, so der Minister weiter, aber eben nicht zur offenen Gesell-schaft, welche sich durch Vielfalt, Toleranz und Respekt ausdrücke und welche die Menschenwürde zur Grundlage habe. Lucha betonte: „Demokratie ist nichts von Gott Gegebenes; sie ist das, was wir uns jeden Tag gemeinsam erarbeiten müssen. Wir erheben heute die Stimme gegen Holocaustleugnung, Verschwörungsmythen, Desinformation, Gewalt, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und Herabwürdigung. Nie wieder ist jetzt!“ 

Anschließend legte Lucha gemeinsam mit Ravensburgs Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp einen Kranz nieder. Einen weiteren Kranz spendete der Werkstattrat der Weissenauer Werkstätten, Vertreter:innen des DGB Südostwürttemberg legten rote Nelken auf das Denkmal der grauen Busse. 

Seit 1996 ist der 27. Januar der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, an dem bundesweit an die Geschehnisse der damaligen Zeit erinnert wird. Das ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau richtet jährlich im Wechsel und zusammen mit der Stadt Ravensburg eine Gedenkfeier aus, um an die zahlreichen psychisch kranken und geistig behinderten Menschen zu erinnern, die von medizinischem Personal während der Jahre des Nationalsozialismus ermordet wurden. Historische Vorträge und Ausstellungen, Publikationen und Schulveranstaltungen gehören seit vielen Jahren zu diesem Engagement der Aufarbeitung am ZfP Südwürttemberg.

In der Woche vor dem Gedenktag hatte das ZfP Südwürttemberg wieder zu drei Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler in den Weissenauer Hörsaal eingeladen. Rund 250 junge Menschen nahmen gemeinsam mit ihren Lehrkräften daran teil. Sie lauschten aufmerksam den Ausführungen über die sogenannte „Euthanasie“ während des Nationalsozialismus und die Hintergründe der Erinnerungsarbeit im ZfP Südwürttemberg. Im Anschluss an Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über Schloss Grafeneck, einer der „Tötungsanstalten“ der „Aktion T4“, stellten die Schüler:innen zahlreiche interessierte Fragen und trugen ihren Teil zu einer aufschlussreichen Geschichtsstunde bei. 




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