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Bin ich alkoholkrank? 6 Abhängigkeitskriterien
Alkohol ist eine der ältesten und gesellschaftlich am verbreitetsten legalen Drogen in Deutschland. Ob in Gesellschaft mit Freunden oder bei festlichen Anlässen – Alkoholkonsum als Genussmittel ist gesellschaftlich akzeptiert und für viele ganz normal. Eine Abhängigkeit macht sich oft schleichend bemerkbar. Dr. Barbara Gerstenmaier, Ärztliche Leiterin der Suchttagesklinik in Ulm, erklärt: „Sind drei von insgesamt sechs ICD-10 Abhängigkeitskriterien im Laufe der letzten zwölf Monate erfüllt, spricht man von einer Abhängigkeit.“
6 Abhängigkeitskriterien
Starkes Verlangen/Craving
Der „Druck“ zu trinken wird verspürt, Betroffene haben einen ständigen oder wiederkehrenden Drang, Alkohol zu trinken.
Kontrollverlust
Der Konsum ist schwer oder nicht mehr kontrollierbar: Beginn, Ende und die Menge – aus dem geplanten ein Glas werden fünf oder mehr.
Toleranzentwicklung
Es werden immer größere Mengen benötigt, um die gewünschte Wirkung – beispielsweise gelöste Stimmung, Entspannung oder das Unterdrücken negativer Gefühle – zu erzielen.
Körperliche Entzugserscheinungen
Zitternde Hände, Unruhe, Nervosität – Symptome wie diese treten auf, wenn weniger oder nicht mehr konsumiert wird.
Vernachlässigung von Interessen
Hobbys, soziale Kontakte und weitere Aktivitäten werden vernachlässigt oder ganz aufgegeben zugunsten des Alkoholkonsums.
Fortgesetzter Konsum trotz negativer Folgen
Obwohl schädliche Folgen – körperlicher, psychischer oder sozialer Art – des Alkohols schon eingetreten sind, trinken die Betroffenen weiter. So leiden sie beispielsweise bereits unter chronischen Magenschmerzen, der Führerschein wurde entzogen oder der Arbeitsplatz ist gefährdet.
Selbsttest
Eine erste Einschätzung kann ein Selbsttest sein. Dieser ersetzt jedoch keine professionelle oder ärztlich gestellte Diagnose.

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Ich erkenne mein Konsumverhalten wieder – was nun?
Ein erster Schritt ist, sich professionelle Hilfe zu suchen: Beratungsstellen, Psychiatrische Institutsambulanzen (PIAs) oder die hausärztliche Praxis sind passende Anlaufstellen. Gerstenmaier verdeutlicht: „Es ist ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche, sich Hilfe zu suchen.“
Zusammenfassung
Der Konsum des täglichen Feierabendbiers weist nicht zwingend auf eine Alkoholabhängigkeit hin, kann aber ein Hinweis für einen riskanten Konsum sein und abhängig machen. Sind drei der insgesamt sechs ICD-10 Kriterien erfüllt, spricht man von einer Abhängigkeit.
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