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Neue Reha-Einrichtung für Pfullingen /

Vor einem hohen Gebäude mit Balkonen stehen fünf ältere Männer, die alle ein Sakko tragen.

Andreas Lingk, Fritz Engelhardt, Christian Freisem, Stefan Wörner und Prof. Dr. Gerhard Längle (v.l.) machten die Pläne zur Umwidmung des Hotels Engelhardt öffentlich.

Aus dem Hotel Engelhardt in Pfullingen wird eine Rehabilitations-Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Träger sind die PP.rt und GP.rt, die ihr gemeinsames Konzept in einer Pressekonferenz vorstellten.

Hinter dem Projekt stehen, was die Trägerschaft angeht, genau genommen sogar vier Namen: Als Käuferin des Hotels in der Kaiserstraße tritt die PP.rt (Gemeinnützige Gesellschaft für Psychiatrie Reutlingen) auf, die in das Haus ab kommendem Jahr mit ihren Angeboten beleben will. Mit ihm Boot ist ihre Schwester-Gesellschaft GP.rt (siehe Info unten). Beide sind wiederum Tochtergesellschaften des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg (ZfP) und der BruderhausDiakonie Reutlingen. Prof. Dr. Gerhard Längle und Christian Freisem, die gemeinsam die Geschäftsführung von PP.rt und GP.rt bilden, erläuterten Einzelheiten zur künftigen Zweckbestimmung und dem Umbau des Hotels.

Bei der Eröffnung des Gesprächs ließen sie allerdings einem anderen den Vortritt: Fritz Engelhardt, der sein Hotel noch bis August weiter betreiben wird, war anzumerken, dass ihm die Entscheidung zum Verkauf nicht leicht gefallen ist. Im vergangenen Jahr hätte er das 50-jährige Bestehen seines Betriebs feiern können - wäre da nicht Corona gewesen. Die Pandemie werde, davon ist Engelhardt überzeugt, „die Stadthotellerie grundlegend verändern“. Die Nachfrage im Geschäftsreiseverkehr, von dem sein Haus mit 55 Zimmern überwiegend lebte, werde dauerhaft um rund ein Viertel einbrechen. Engelhardt kennt die Prognosen und das Geschäft, er ist Dehoga-Landesvorsitzender und wird dieses Amt auch nach dem Verkauf seines Hotels weiter ausüben. Sein Haus zu einem Zeitpunkt, zu dem ihn der wirtschaftliche Druck noch nicht dazu zwinge, in gute Hände zu übergeben, war ihm ein Anliegen: Per Zeitungsannonce hatte er von der Suche der GP.rt nach Räumen erfahren und nicht lange gezögert. „Das war ein glücklicher Zufall. Die Chemie hat gleich gestimmt“, sagte Engelhardt, der sein Statement mit diesem Satz beschloss: „Gastfreundschaft und Menschlichkeit werden der gute Geist des Hauses bleiben.“

Damit ist der Kern des Konzepts erfasst, das Gerhard Längle erläuterte. Die PP.rt als neue Besitzerin plant gemeinsam mit ihrer Schwestergesellschaft eine Einrichtung zur Rehabilitation psychisch Kranker (RPK). Hier werden Menschen nach Abschluss der Akutbehandlung in der Klinik zur Stabilisierung des erreichten Gesundheitszusstandes behandelt und bei der Integration in den Lebens- und Arbeitsalltag unterstützt - mit medizinischen, berufsbildenden und psychosozialen Leistungen. Man werde das Hotel, „ein erkennbar mit Liebe geführtes Familienunternehmen“, behutsam für diese Zwecke umbauen, versprach Längle. Die Bauarbeiten sollen im Spätsommer beginnen und Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Einrichtung bietet sowohl Wohn- als auch Arbeitsräume: Geplant sind 15 stationäre und 10 ambulante Plätze, die an Menschen vergeben werden, die nach akuten psychischen Krisen wieder in einen möglichst selbstständigen (Berufs-) Alltag zurück begleitet werden sollen. Im Erdgeschoss sind vier Werkstatt- und Berufsbildungsbereiche geplant: Je nach Neigung und Vorbildung werden die Patient:innen an Tätigkeiten in der Hauswirtschaft, im kaufmännischen, technisch-handwerklichen oder sozialen Bereich herangeführt. Zum multiprofessionellen Team gehören neben einer leitenden Ärztin Fachkräfte aus Pflege, Spezialtherapien und Sozialdienst.

Den sogenannten Gartentrakt des Hotelbaus mietet die GP.rt von ihrer Schwester PP.rt, um darin ein zweites, gemeindepsychiatrisch orientiertes Angebot zu schaffen: Hier sollen temporäre Wohnangebote für rund 20 Menschen entstehen, erläuterte Christian Freisem. „Die Hotel-Zimmer bieten dafür ideale Voraussetzungen.“ Sowohl der Charakter des Hotels als auch der damit verbundene Grundgedanke einer „temporären Beheimatung“ bleibe erhalten: „Wir planen keine stationäre Einrichtung für Langzeit-Bewohner, sondern ein Wohnangebot nach dem Kommen-und-Gehen-Prinzip.“ Die Einzelappartements sind als „Zwischenstation“ für Menschen gedacht, die kurzfristig und vorübergehend eine Bleibe und die nötige fachliche Begleitung brauchen - beispielsweise nach der Entlassung aus einer Klinik um die notwendige Stabilisierung zu erfahren bis zum Übergang in eine eigene Wohnung. „Dies kann, im Gegensatz zum Hotelaufenthalt, gegebenenfalls auch einmal zwei Jahre dauern“, ergänzte Längle.

Mit der neuen Einrichtung schließe sich eine wichtige Versorgungslücke, betonte Andreas Lingk, Vorstandsvorsitzender der BruderhausDiakonie und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von GP.rt und PP.rt, der dieses neue Projekt der Tochtergesellschaften nachhaltig unterstützt. Entsprechende Angebote an der Schnittstelle zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation gebe es bundesweit und auch in Baden-Württemberg - obwohl der Südwesten im Ländervergleich gut abschneide - bisher noch viel zu wenige, schilderte Längle die Beweggründe für das besondere Konzept in der Stadt Pfullingen. Deren Bürgermeister Stefan Wörner lobte das „verlässliche Konstrukt, das eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllt“ und sicherte seine Unterstützung zu. Was das Genehmigungsverfahren angeht, sieht er keine Hürden, die Nutzung sei zulässig und gebietsverträglich. Damit in der Bürgerschaft gar nicht erst Sorgen, Ängste oder Unsicherheiten entstehen, planen die Projektträger in den kommenden Wochen eine Informationsveranstaltung für Anwohner. Auch der Bürgermeister zeigte sich optimistisch, dass die Einrichtung auf hohe Akzeptanz in der Stadt stoßen werde: „Deshalb gehen wird das Thema bewusst von Anfang an transparent an und machen es schon jetzt öffentlich.“

i Die Gemeinnützige Gesellschaft für Gemeindepsychiatrie Reutlingen mbH (GP.rt) und die Gemeinnützige Gesellschaft für Psychiatrie Reutlingen mbH (PP.rt) sind gemeinsame Tochtergesellschaften der BruderhausDiakonie und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg. Beide Muttergesellschaften haben für die Versorgungsregion der Stadt Reutlingen und der umliegenden Städte und Gemeinden ihre Hilfeangebote für psychisch kranke Menschen den beiden Tochtergesellschaften übertragen, um zum Wohle der Patient:innen und Klient:innen eine bestmögliche Verknüpfung zwischen den verschiedenen Leistungen zu erreichen.

In der GP.rt sind die Angebote der außerklinischen gemeindepsychiatrischen Grundversorgung, Beratung, Eingliederungshilfe, Rehabilitation und Pflege angesiedelt, in der PP.rt die Angebote der ambulanten, tagesklinischen, stationären und stationsäquivalenten Krankenhausbehandlung.
Um die Abstimmung in der konzeptionellen Weiterentwicklung und praktischen Umsetzung der Angebotsstrukturen zu gewährleisten, werden die PP.rt und die GP.rt von einer gemeinsamen Geschäftsführung geleitet. Zudem besteht eine enge Kooperation zwischen den Betriebsleitungen der Gesellschaften. Beide Einrichtungen werden im Rahmen der Gesellschafterversammlung als Aufsichtsgremium von der BruderhausDiakonie und dem ZfP Südwürttemberg begleitet.




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